2. Nationalsozialistisches Gedanken"gut"

2.2.1. Völkischer Nationalismus

Die Rassenlehre und das völkische Denken war keineswegs erst eine "Erfindung" der Nationalsozialisten oder gar Hitlers; das rassische Denken war am Ende des 19. Jahrhunderts allgemein üblich18, was auch durch eine Vielzahl von entwickelten Theorien belegt werden kann19. Dabei fällt ebenfalls auf, dass derartige Rassenkunden, wie sie im folgenden noch darzustellen sind, nicht nur in Deutschland entwickelt und vertreten wurden, sondern auch in anderen Teilen Europas20.

Zu den Grundvorstellungen des völkischen Nationalismus gehörte das, was Hitler den aristokratischen Grundgedanken der Natur21 nannte: Die Mehr- und Minderwertigkeit verschiedener Rassen und Individuen und der natürliche Lebenskampf22, in dem das Gesündere und Stärkere siegt23. Dabei orientierte sich Hitler an mehreren bereits geprägten Rassenkunden, die von den Grundlagen des Sozialdarwinismus ("Survival of the fittest") abgeleitet wurden24.

Sehr prägsam war dabei die Rassenkunde des deutschen Volkes von GÜNTHER. Er teilte den indogermanischen Arier nach den vier Himmelsrichtungen auf, beschrieb den dort vorherrschenden Phänotypus und ordnete ihm die gängigen völkischen Vorurteile als seelische Eigenschaften zu25. Danach gab es außer der nordischen Rasse eine westische, eine ostische und anstelle der südischen eine dinarische Rasse. Vor allem der nordischen Rasse hatte er die Eigenschaften der Wehrhaftigkeit, Tapferkeit und Mut nachgerühmt26.

Ebenfalls starken Einfluß auf das völkische Denken hatte das Werk vom Franzosen Georges Vacher DE LAPOUGE. Er befaßte sich mit dem Problem, durch Rassenveredelung rassische Reinheit zu sichern27. Die Anwendung des Darwinismus auf Gesellschaft und Rasse stieß auf große Resonanz in der völkischen Bewegung und lieferte außerdem eine pseudowissenschaftliche Begründung für die Vernichtung des Lebensuntüchtigen, in völkischer Sicht: die niederen Rassen.28

Ein weiterer wesentlicher Aspekt des völkischen Nationalismus ist die Idee der Volksgemeinschaft. Aus der Verschiedenartigkeit der Rassen, Völker und Menschen folgten zwangsläufig auch Unterscheidungen in den Rechten und Pflichten des einzelnen. Der unbeschränkten Freiheit des einzelnen gegenüber dem Staat wurde mit dem Nationalsozialismus eine endgültige Absage erteilt. Der Wert eines "Individuums" sollte sich nur noch an dem Wert orientieren, den es für die völkische Gemeinschaft hat: "Du bist nichts - Dein Volk ist alles!29"


Fußnoten:

18) Mosse, S. 110.
19) siehe dazu: Mosse, S. 99ff.
20) siehe dazu die entwickelten Theorien von Karl Pearson (England) und Houston Stewart Chamberlain (Engl/Deutsch) zitiert nach Mosse, S. 110 und S. 104f.
21) Mein Kampf, S. 87.
22) Mein Kampf, S. 145 u. 440.
23) Mein Kampf, S. 570.
24) Mosse, S. 110.
25) zit. nach Breitling, S. 54.
26) Günther, S. 129f.
27) vgl. Mosse, S. 110.
28) vgl. Mosse, S. 110f.
29) Häufig als Quintessenz der nationalsozialistischen Ideologie bezeichnet.


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